Aus den Kommunenzurück

 
(GZ-18-2025 - 25. September)
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► Preise der Oberfrankenstiftung 2025:

Investitionen in die Zukunft

Für ihr außergewöhnliches Engagement in den Bereichen Denkmalpflege, Soziales, Kultur und Musik zeichneten der Vorsitzende des Stiftungsrats, Regierungspräsident Florian Luderschmid, und Bezirkstagspräsident Henry Schramm in Bayreuth Persönlichkeiten und Institutionen aus. Die fünf vergebenen Preise waren mit insgesamt 60.000 Euro dotiert. Seit ihrer Gründung im Jahr 1927 hat die Oberfrankenstiftung über 560 Millionen Euro für soziale Projekte, Kunst, Kultur, Denkmalpflege sowie Wissenschaft und Forschung bereitgestellt.

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Die Preisträger der Oberfrankenstiftung 2025, eingerahmt von Regierungspräsident Florian Luderschmid (l.) und Bezirkstagspräsident Henry Schramm.Bild: W. Traßl, Oberfrankenstiftung

Mit dem Sozialpreis der Oberfrankenstiftung wurde der Verein SiSoNetz –sicher und sozial– Bürger helfen Bürgern e.V. aus Weidenberg für sein durch Individualität geprägtes, außerordentliches und sinnstiftendes ehrenamtliches Engagement geehrt. Bezirkstagspräsident Henry Schramm erläuterte in der Laudatio: „SiSoNetz kann und will den fachkompetenten Pflegedienst nicht ersetzen. Vielmehr versteht sich die Initiative als erweiterte Nachbarschaftshilfe für ältere Menschen... Im besonderen Fokus der Vereinsarbeit stehen Personen mit Demenz. Sie und ihre pflegenden Angehörigen werden beraten, geschult und unterstützt.“

Unermüdlicher ehrenamtlicher Einsatz

Der zweite Sozialpreis wurde dem Verein Mehrgenerationenhaus Mütterzentrum Känguruh e. V. als Würdigung für den unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz für das Miteinander der Generationen und Kulturen sowie dessen unverzichtbaren Beitrag zum sozialen Zusammenhalt in der Region verliehen. Laut Regierungspräsident Florian Luderschmid handelt es sich hier einerseits um eine Anlaufstelle für Frauen mit Kindern, aber auch Väter sind willkommen. Während die Kleinen liebevoll betreut werden, finden die Eltern Gelegenheit zum entspannten Austausch. Menschen unterschiedlicher ethnischer oder kultureller Herkunft sollen zusammenfinden, sich kennenlernen und so Vorurteile abbauen. Zum anderen sind im Mehrgenerationenhaus Seniorinnen und Senioren eingeladen. Sie finden Angebote, um ihre körperliche wie geistige Fitness zu erhalten, Begegnung steht im Mittelpunkt.

Für ihr gemeinsames Lebenswerk und den in vielfacher Weise beeindruckenden persönlichen Einsatz um die kulturelle Vielfalt – vor allem des Kulmbacher Landes, aber auch ganz Oberfrankens – nahmen die Eheleute Sigrid Daum-Sauermann und Bernhard Sauermann den Kulturpreis der Oberfrankenstiftung entgegen. „Mit ihrem unermüdlichen Engagement und ihrer Leidenschaft haben sie die Museen im Kulmbacher Mönchshof namentlich das Bayerische Brauereimuseum, das Bayerische Bäckereimuseum und das Deutsche Gewürzmuseum zu dem gemacht, was sie heute sind: ein lebendiges Zeugnis unserer Kultur, Geschichte und Denkmalpflege“, unterstrich Henry Schramm. Das Lebenswerk von Sigrid Daum und Bernd Sauermann sei geprägt von einem „unermüdlichen Streben nach Bewahrung und Vermittlung unserer kulturellen Identität. Sie sind nicht nur Hüter der Vergangenheit, sondern auch Brückenbauer in die Zukunft, die Generationen verbinden und das Bewusstsein für unsere Geschichte stärken.“

Ein weiterer Kulturpreis ging an die Gesellschaft der Musikfreunde Neustadt bei Coburg e. V. als Anerkennung des 100-jährigen Bestehens sowie der hohen musikalischen Qualität des Laienorchesters. Im Jahr 1925 gründeten 16 musikbegeisterte Bürger der Stadt Neustadt bei Coburg die Gesellschaft der Musikfreunde. Die Musikfreunde überstanden die Zeit des NS-Terrors, die Nöte der Kriegs- und Nachkriegsjahre und knüpften 1946 an ihre früheren Aktivitäten an. Wie Regierungspräsident Luderschmid darlegte, „hat sich die Gesellschaft der Musikfreunde Neustadt einen festen Platz im kulturellen Leben Oberfrankens erobert. Und dies haben die Musikerinnen und Musiker getan, ohne nennenswert öffentliche Mittel in Anspruch zu nehmen. Mit diesem Beispiel gebenden bürgerschaftlichen Engagement setzt die Gesellschaft wichtige Zeichen.“

Für ihre beeindruckende Sanierung des Heinachhofs in Lichtenfels wurden die Eheleute Jasmin Dean und Sebastian Hofmann mit dem Denkmalpflegepreis ausgezeichnet. Luderschmid stellte in seiner Laudatio heraus: „Es gibt Baudenkmäler, deren Anblick ihren Untergang erwarten lässt. Sie scheinen todgeweiht, ein Abbruch nur eine Frage der Zeit. Ein solches Baudenkmal ist der Heinachhof zwischen den Dörfern Kösten, Schönsreuth und Stetten, mitten im sogenannten Stiftsland. Das Haus, ohne fließend Wasser und zeitgemäße Toilette, war noch bis 1982 bewohnt; seither stand es leer. Nur eine Frage der Zeit, wann die Ruine in sich zusammenfallen würde. Es ist ein kleines Wunder, dass Jasmin Dean und Sebastian Hofmann sich in dieses Objekt verliebten. Sie sahen nicht die übergroßen Schäden, sondern die Chance, dem Gebäude seine Würde zurückzugeben und sich selbst einen ansprechenden Wohnsitz zu schaffen und kauften es 2014. Nach dreieinhalb Jahren harter Arbeit, zuletzt noch gehemmt durch die Corona-Pandemie, konnte der im neuen Glanz erstrahlende, behutsam und tatkräftig sanierte Heinachhof 2023 beim Tag des offenen Denkmals der staunenden Öffentlichkeit präsentiert werden.“

DK

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