Aus den Kommunenzurück

 
(GZ-21-2025 - 06. November)
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► Bayerisches Kabinett:

Maßnahmen für Schwaben

Der Bayerische Ministerrat hat sich in Augsburg mit der Entwicklung des Regierungsbezirks Schwaben befasst. Ministerpräsident Dr. Markus Söder, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Bauminister Christian Bernreiter stellten die wichtigsten Vorhaben und Investitionen für die Region vor.

Die Finanzlage der schwäbischen Kommunen bewertet die Staatsregierung als solide. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt 24 Prozent unter dem bayerischen Durchschnitt von 1.208 Euro. Über den kommunalen Finanzausgleich erhielten die Kommunen in Schwaben in den vergangenen fünf Jahren rund 7,8 Milliarden Euro. Für das Jahr 2025 betragen die Schlüsselzuweisungen pro Einwohner 448 Euro – etwa ein Viertel mehr als im bayernweiten Schnitt.

Wirtschaftsminister Aiwanger hob die Stärke des Mittelstands hervor. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 84 Milliarden Euro belegt Schwaben bayernweit den dritten Platz. Die Arbeitslosenquote liegt mit 3,8 Prozent weiterhin unter dem Landes- und Bundesdurchschnitt.

Zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit setzt der Freistaat auf Forschung und Innovation. In das KI-Produktionsnetzwerk Augsburg fließen seit 2021 insgesamt 92 Millionen Euro. Außerdem unterstützt Bayern die Luft- und Raumfahrtforschung mit Förderungen für das Zentrum für Leichtbauproduktionstechnik (ZLP) und das DLR-Institut für Test und Simulation von Gasturbinen.

Auch im Bereich der Energiewende verzeichnet Schwaben Fortschritte. Mit rund 4,5 Gigawatt (GW) installierter Leistung trägt der Regierungsbezirk maßgeblich dazu bei, Bayerns Spitzenposition beim Ausbau der Photovoltaik zu sichern. Auch der Ausbau der Windenergienutzung mit Windenergieanlagen schreitet mit einer Leistung von 0,2 GW voran. Rund 20 Prozent der installierten Leistung aus Wasserkraft kommt aus Schwaben.

Erneuerbare Energien schneller einspeisen

Damit die Energiewende gelingt, muss die Energie aus den Erneuerbaren effizient in das Stromnetz integriert werden. Ein Projekt aus dem schwäbischen Landkreis Günzburg hilft dabei. Mit dem Pilotprojekt Einspeisesteckdose in Balzhausen will die LEW Verteilnetz GmbH Erneuerbare Energie aus Sonne, Wind und Batteriespeichern effizienter, schneller und planbarer ins Stromnetz einspeisen.

Ein bedeutender Wirtschaftsfaktor bleibt der Tourismus, insbesondere im Allgäu. 2024 zählte die Region rund sechs Millionen Gäste und 17,2 Millionen Übernachtungen. Der Bruttoumsatz liegt bei 5,7 Milliarden Euro. Etwa 89.000 Menschen arbeiten in diesem Bereich. Der Freistaat fördert Investitionen in touristische Infrastruktur, Seilbahnen und Projekte zur Stärkung des ländlichen Raums – insgesamt mit über 80 Millionen Euro seit 2020.

Im Verkehrsbereich steht der Ausbau von Straßen und Schienen im Mittelpunkt. Bauminister Bernreiter verwies auf den geplanten sechsstreifigen Ausbau der A8 zwischen Ulm-West und Elchingen sowie den vierstreifigen Ausbau der B12 zwischen Kempten und Buchloe. Entlang von Staats- und Bundesstraßen sind außerdem 82 neue Radwegprojekte mit einer Gesamtlänge von 124 Kilometern geplant.

Auf der Schiene soll die Neubaustrecke Ulm–Augsburg die Reisezeiten verkürzen. Zudem wird der Regionalverkehr ausgebaut – mit neuen Haltepunkten, barrierefreien Stationen und alternativen Antrieben. Der Testbetrieb eines Wasserstoffzuges auf den Linien Augsburg–Füssen und Augsburg–Peißenberg läuft bereits.

Mobilitätsdrehscheibe

Auch der öffentliche Nahverkehr wird ausgebaut. Das größte Projekt ist die Mobilitätsdrehscheibe in Augsburg mit Investitionskosten von rund 367 Millionen Euro. Weitere Städte wie Füssen, Lindau und Oberstdorf planen ebenfalls den Ausbau von ÖPNV-Knotenpunkten, die vom Freistaat gefördert werden.

Am Flughafen Memmingen investiert Bayern zudem rund zwei Millionen Euro in neue Sicherheits- und Kontrolltechnik, darunter moderne Computertomographiegeräte für die Gepäckkontrolle.

DK

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