Aus den Kommunenzurück

 
(GZ-21-2025 - 06. November)
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► Kultur-, Jugend- und Denkmalpreisverleihung in Theuern: 

Bezirk würdigt Projekte aus der Oberpfalz

Zehn Preisträgerinnen und Preisträger wurden in Theuern (Landkreis Amberg-Sulzbach) im Rahmen eines Festakts vom Bezirk Oberpfalz mit Kultur-, Jugend- und Denkmalpreisen ausgezeichnet. „Kultur ist kein Privileg der Ballungszentren. Kultur findet auch im ländlichen Raum statt – und in der Oberpfalz auf höchstem Niveau“, hob Bezirkstagspräsident Franz Löffler hervor. Die Kulturpreisträger erhielten je 3.500 Euro, die Jugend-Kulturförderpreisträger je 1.500 Euro und die Denkmalpreise waren mit je 4.000 Euro dotiert. 

Jugend-Kulturförderpreise

Mit dem in drei Kategorien ausgelobten Jugend-Kulturförderpreis wurde im Bereich „Kunst und Gesellschaft – ästhetisch-künstlerisches Handeln und Soziokultur“ die Grundschule Tegernheim für ihre Aktion „Hör mal her – Schule ist mehr“ geehrt. Zur Gestaltung des gebundenen Ganztagsunterrichts wurden mehrere Kooperationen mit Ehrenamtlichen, Vereinen und Institutionen geschaffen. Dabei wird der Schwerpunkt auf musikalische und künstlerische Bildung gelegt. 

Im Bereich „Gesellschaft – Soziokultur“ siegte die Sportjugend Regensburg mit dem Projekt „Sport braucht Demokratie“. Hier werden Werte wie Fairness, Respekt und Teilhabe nicht nur im Wettkampf, sondern auch im gesellschaftlichen Miteinander vereint. Die Verbindung aus politischer Bildung und sportlichem Kontext bietet einen leichten Zugang zu komplexen Themen.

Die Pfarrgemeinde St. Antonius/St. Wolfgang Kümmersbruck setzte sich gemeinsam mit der Pfarreiengemeinschaft Theuern-Ebermannsdorf-Pittersberg in der Sparte „Kunst – ästhetisch-künstlerisches Handeln“ mit dem biblischen Musical „Staunende Augen“ von und für Kinder und Jugendliche durch. Für das Mammut-Projekt wurden 90 Teilnehmer, bestehend aus sieben Musikern, neun Organisatoren, 23 Kinderschauspielern und 50 singenden Chorkindern akquiriert. 

Denkmalpreise

Über einen von drei Denkmalpreisen durfte sich Anton Dünzinger für ein ehemaliges Bauernhaus in Weillohe (Landkreis Regensburg) freuen. Das Haus wurde von den Fundamenten bis zum Giebel, der einzufallen drohte, saniert und behutsam restauriert. 

Geehrt wurde auch Marco Eckert für die Alte Mühle in Mähring (Landkreis Tirschenreuth). Diese wurde vor über 400 Jahren als Teil einer größeren Hofanlage in Egerländer Bauart errichtet. Ende des 20. Jahrhundert war sie eigentlich kaum mehr zu retten, doch der Preisträger wagte eine Totalsanierung. Heute ist das Gebäude ein Vorzeigeprojekt.

Für die ressourcenschonende Sanierung der Alten Canzley in Neunburg vorm Wald (Landkreis Schwandorf) erhielten Sarah Fleischmann und Johannes Steidl den Denkmalpreis. Die dreiflügelige Burganlage mit 600 Quadratmetern Fläche stammt aus dem Ende des 14. Jahrhunderts. Heute ist das Objekt Blickfang und fester Punkt im Stadtbild.

Kulturpreise

Der Kulturpreis wurde auch in diesem Jahr in drei Kategorien ausgelobt. Im Bereich „Erinnerungskultur“ gab es heuer zwei Preisträger: Stefan Krapf wurde für sein ehrenamtliches Engagement für den Erhalt des ehemaligen KZ-Steinbruchs Flossenbürg ausgezeichnet. Er kämpfte, getrieben von dem Wunsch, diesen historischen Ort vor weiterer Zerstörung zu bewahren, viele Jahre unermüdlich für die Stilllegung des Granitabbaus. 2018 verschaffte ihm eine seiner Petitionen den Durchbruch: Der Pachtvertrag für den Granitabbau wurde zum 31. März 2024 beendet. 

Helmut Roith und Alois Rötzer bekamen den Kulturpreis für das Projekt „Verschwundenes Dorf Grafenried – Freilichtmuseum der entdeckten Vergangenheit“. Seit etlichen Jahren graben die beiden in schwerster Handarbeit die Fundamente zahlreicher Wohnhäuser, des Pfarrhauses und der Schule aus und pflegen das Gelände. So konnte Grafenried zu einem Erinnerungsort und Mahnmal für ein freundliches Miteinander im deutsch-tschechischen Grenzgebiet werden.  

In der Kategorie „Kirchenchöre“ setzte sich der Münsterchor St. Johannes Neumarkt durch, der ein umfangreiches, teilweise sehr anspruchsvolles Repertoire beherrscht. Die schwierige Corona-Zeit überbrückte man mit digitaler Probenarbeit. Außerdem sehen sich die Sängerinnen und Sänger als feste Gemeinschaft, die sich seelsorgerisch und sozial engagiert. 

Mit dem Preis im Bereich „Poetry Slam“ wurde Lena Krebs aus Regensburg bedacht. 2015 war der Moment gekommen, der zeigte: Die junge Frau will mehr als nur lesen oder schreiben, sie will auch sprechen, berühren und bewegen. Ausgezeichnet wurde die Preisträgerin für ihr dichterisches Schaffen, ihre kreative Originalität und starke Bühnenpräsenz sowie für ihr unermüdliches Engagement für Sprache und Gesellschaft. 

DK

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