| (GZ-1-2-2026 - 15. Januar) | ||
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Mit einem Jubiläumsprogramm hat die Bürgerstiftung Energiewende Oberland (EWO) in Benediktbeuern ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert. Rund 200 Gäste nahmen an der Stifterversammlung 2025 teil, um auf zwei Jahrzehnte Engagement für die regionale Energiewende zurückzublicken und künftige Entwicklungen zu diskutieren.

Ein Prosit mit den Landräten aus der Region Oberland. Bild: Ralf Gerard
Im Mittelpunkt des abendlichen Festprogramms standen Projekte und Kooperationen, die seit 2005 zur Energiewende im Oberland beigetragen haben. In kurzen „Energiewende-Blitzlichtern“ stellten engagierte Akteure aus der Region aktuelle Vorhaben vor und berichteten über Erfahrungen aus der Praxis. Präsentiert wurden unter anderem die Ettinger Dorfheizung, Agri-Photovoltaikanlagen der Energiegenossenschaft Oberland, das Windrad Otterfing, die Geothermieanlage Holzkirchen sowie das Schachtwasserkraftwerk Großweil.
Mehrere Referenten beschrieben die Unterstützung von Bürgern und kommunaler Politik als wichtigen Erfolgsfaktor. Gleichzeitig wurden lange Genehmigungsverfahren mehrfach als große Herausforderung benannt. Außerdem wurde ein energetisches Sanierungsbeispiel aus Polling vorgestellt, wo seit zehn Jahren auch Maßnahmen zur Klimaanpassung umgesetzt werden.
Egon Endres, Professor für Sozialwissenschaften und Sozialmanagement, zeigte sich beeindruckt von den vorgestellten Projekten. Er hob die gut funktionierenden Kooperationsstrukturen der EWO hervor und bezeichnete viele der Engagierten als „Grenzgänger“, die unterschiedliche Bereiche miteinander verbänden und trotz Hürden aktiv blieben.
Blick auf kommende Jahre
Mit Blick auf die kommenden Jahre regte Endres an, junge Menschen stärker in die Energiewende einzubinden und soziale Aspekte deutlicher zu berücksichtigen. Ziel müsse sein, dass alle Bevölkerungsgruppen von der Energiewende profitieren.
Die EWO-Vorstände Stefan Drexlmeier und Elisabeth Freundl gaben einen Ausblick auf die künftige Arbeit der Bürgerstiftung. Freundl betonte, dass die kommenden zehn Jahre entscheidend dafür seien, ob die Region das Ziel erreichen könne, möglichst vollständig auf erneuerbare Energien umzusteigen. Im Mittelpunkt stünden dabei Strom-, Wärme- und Mobilitätswende sowie die kommunale Wärmeplanung.
Die Vorstandschaft verwies darauf, dass die EWO seit zwei Jahrzehnten als Netzwerk agiere, das Menschen, Institutionen und Ideen verbindet. Die Bürgerstiftung verstehe sich weiterhin als Plattform, auf der regionale Akteure gemeinsam Lösungen entwickeln.
Herausforderungen und Fokus
Zu den größten Herausforderungen zählen nach Einschätzung von Drexlmeier und Freundl die weitere Steigerung der Energieeffizienz, der Ausbau von Speicherkapazitäten, insbesondere durch Batterien und Wasserstoff, sowie der Netzausbau und die Sektorkopplung. Auch gesetzliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen müssten sich weiterentwickeln. Notwendig sei eine verlässliche politische Debatte, die langfristige Planung ermögliche.
Neben dem Klimaschutz rücke zunehmend auch die Klimaanpassung in den Fokus. Extremwetterereignisse wie Starkregen, Hagel oder Hitze seien bereits Realität und erforderten zusätzliche Maßnahmen, um die Region widerstandsfähiger zu machen.
Pro Jahr werden im Oberland rund eine Milliarde Euro für Strom und Wärme aufgewendet. Nach Ansicht der Bürgerstiftung bietet eine stärkere regionale Energieerzeugung die Chance, Wertschöpfung vor Ort zu halten und die Wirtschaft zu stabilisieren. Durch die Nutzung erneuerbarer Energien, die Stärkung regionaler Energieversorger, Netzbetreiber und Energiegemeinschaften könnten Energiewende, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Stabilität gleichzeitig unterstützt werden.
Festabschluss
Zum Abschluss des Festprogramms erörterten die Landrätinnen und Landräte der beteiligten Landkreise die Energiezukunft der Region. Landrätin Andrea Jochner-Weiß (Weilheim-Schongau) dankte langjährig Engagierten, Landrat Josef Niedermaier (Bad Tölz-Wolfratshausen) hob die Bedeutung der EWO als verbindendes Element hervor. Landkreischef Anton Speer (Garmisch-Partenkirchen) betonte die Chancen eines vielfältigen Energiemixes, während die stellvertretende Landrätin Ulrike Küster (Miesbach) der EWO weiterhin eine glückliche Hand wünschte.
DK
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