| (GZ-22-2025 - 20. November) | ||
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Rund 500 Feuerwehrführungskräfte aus ganz Bayern sowie zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Verbänden kamen zur 32. Landesverbandsversammlung des Landesfeuerwehrverbands (LFV) Bayern in Essenbach (Landkreis Landshut) zusammen.
Dabei demonstrierten die bayerischen Feuerwehren große Geschlossenheit: Mit rund 90 Prozent wurde Johann Eitzenberger erneut zum Vorsitzenden gewählt.
Zentrale Themen der Versammlung waren die Weiterentwicklung der Einsatzführung, der Kommunikation im Katastrophenfall und die Nutzung von Fördermitteln des Bundes. Um den wachsenden Herausforderungen bei Großschadenslagen zu begegnen, forderte der LFV Bayern, die Kompetenzen der ehrenamtlichen Führungskräfte stärker zu berücksichtigen. Diese führten bei Bränden, Hochwasserlagen oder überregionalen Einsätzen die Einsatzkräfte vor Ort und müssten dafür bestmöglich ausgebildet und unterstützt werden. Dazu gehört nach Ansicht des Verbands auch eine Differenzierung und Erweiterung der Lehrgänge für Einsatzleiter, abgestimmt auf die jeweilige Ebene – von Kreis- über Bezirks- bis hin zur Landesebene.
Dringender Handlungsbedarf
Im Bereich der Kommunikation im Katastrophenfall sieht der LFV Bayern dringenden Handlungsbedarf. Gefordert werden klar definierte Kommunikationswege, eine frühzeitige Einbindung aller beteiligten Organisationen und eine bessere Vernetzung bei lagebildprägenden Informationen. Auch die Diskussion um eine einheitliche Stabs- und Führungssoftware solle vorangetrieben werden, idealerweise auf bundesweiter Ebene.
Mit Blick auf das Sondervermögen des Bundes mahnte der Verband, dass die bereitgestellten Mittel auch tatsächlich bei den Feuerwehren vor Ort ankommen müssten, etwa für Stellplatzförderungen, Katastrophenschutzlager oder die Modernisierung der Infrastruktur. Nur so könne der Bevölkerungsschutz langfristig zukunftssicher aufgestellt werden.
Der Landesfeuerwehrverband Bayern will seine Rolle künftig weiter ausbauen: als Beratungs-, Netzwerk- und Kommunikationsmotor für die bayerischen Feuerwehren, Kommunen und den Staat. „Unser Ziel ist es, den Verband noch stärker als Dienstleister zu etablieren“, betonte Vorsitzender Eitzenberger. Ein Beispiel dafür ist die bayernweite Pilot-Sammelbeschaffung eines Löschgruppenfahrzeugs LF 10, für die der Verband die Projektverantwortung übernommen hat. Damit zeigt der LFV, wie zentrale Beschaffungsvorgänge künftig effizienter und kostensparender organisiert werden können.
Zudem soll das Bildungsangebot für Feuerwehrkräfte in Bayern ausgebaut und modernisiert werden. Auch beim Erscheinungsbild der Feuerwehren will der Verband aktiv werden: Die zuletzt immer größer gewordenen Unterschiede in der Schutzkleidung sollen reduziert werden; ein einheitlicher, identitätsstiftender Auftritt sei ein wichtiges Signal der Zusammengehörigkeit.
Als Hauptredner unterstrich Bayerns Innenminister Joachim Herrmann die enorme Bedeutung der Feuerwehren für den Bevölkerungsschutz: „Unsere Feuerwehren leisten einen unverzichtbaren Dienst für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger. Dafür verdienen sie unseren höchsten Respekt und unsere uneingeschränkte Anerkennung.“ Der Landesfeuerwehrverband Bayern ist die Interessensvertretung von rund 7.500 Feuerwehren und mehr als 320.000 Feuerwehrdienstleistenden.
Altersgrenze angehoben
Der Minister hob die jüngste Novelle des Bayerischen Feuerwehrgesetzes hervor, die am 16. Juli 2025 in Kraft getreten ist. Die Altersgrenze für aktive Feuerwehrdienstleistende wurde auf 67 Jahre angehoben, und erstmals ist eine gesetzliche Entschädigung für Ausbilder vorgesehen. „Damit stärken wir die Ausbildung vor Ort und auf Kreisebene“, betonte Herrmann. Für besondere Verdienste um das Feuerwehrwesen zeichnete er zudem elf Feuerwehrfrauen und -männer mit dem Steckkreuz aus.
Der Freistaat Bayern fördert den Landesfeuerwehrverband im Jahr 2025 mit rund 1,6 Millionen Euro. An die Kommunen wurden im Jahr 2024 über 45 Millionen Euro für Fahrzeuge, Geräte und Feuerwehrhäuser ausbezahlt – „bestens angelegtes Geld“, unterstrich der Minister.
Auch bei der Weiterentwicklung des Katastrophenschutzes Bayern 2025 seien bereits wichtige Fortschritte erzielt worden. Das 2023 eingerichtete Bayerische Melde- und Lagezentrum für den Bevölkerungsschutz (BayMLZ) habe sich bei der Hochwasserlage 2024 bewährt. Künftig sollen überörtliche Katastrophenschutzlager eingerichtet und die überregionale Zusammenarbeit gestärkt werden. „Wir müssen uns auf zunehmende Naturkatastrophen wie Hochwasser, Waldbrände oder Stromausfälle vorbereiten – auch wenn wir hoffen, dass sie nicht eintreten“, mahnte Herrmann.
Wie eng das Netzwerk der Feuerwehren mit seinen Partnern ist, wurde in Essenbach einmal mehr deutlich. Dr. Christian Krams, Vorstand der Versicherungskammer Bayern, übergab ein Wechselladefahrzeug für Transportaufgaben an LFV-Chef Eitzenberger. Außerdem erhielt der niederbayerische Bezirksfeuerwehrverband neue Materialkoffer für die Brandschutzerziehung, ebenfalls gesponsert von der Versicherungskammer.
Feuerwehraktionswoche 2025
Zum Abschluss eröffnete Herrmann die Feuerwehraktionswoche 2025 und warb für das Ehrenamt: „Ehrenamtliches Engagement in der Feuerwehr gibt einem viel zurück – das Gefühl, dazuzugehören und Teil einer starken Gemeinschaft zu sein.“ In Zeiten gesellschaftlicher Unsicherheit sei die Feuerwehr ein Ort, der Zusammenhalt, Teamgeist und Verantwortung lebe. „Bei der Freiwilligen Feuerwehr findet jeder seinen Platz – egal ob jung oder alt, Mann oder Frau, mit oder ohne Migrationsgeschichte.“
DK
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