| (GZ-18-2025 - 25. September) |
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► Kindergesundheit: |
Kommunen müssen sich auf Ausweitung der U-Untersuchungen vorbereiten |
Die CSU/FW-Fraktion im Münchner Stadtrat fordert die Landeshauptstadt auf, sich frühzeitig auf die im Koalitionsvertrag der Bundesregierung angekündigte Ausweitung der U-Untersuchungen einzustellen. Hintergrund ist, dass die Vorsorgeuntersuchungen ein zentrales Instrument der frühkindlichen Gesundheitsförderung darstellen und künftig erweitert werden sollen.
Die Bundesregierung plant laut Koalitionsvertrag eine flächendeckende, verpflichtende Sprach- und Entwicklungsdiagnostik aller Vierjährigen. Diese soll in Abstimmung mit den Ländern umgesetzt werden. Werden dabei Förderbedarfe festgestellt, müssen die Länder entsprechende Unterstützungsmaßnahmen bereitstellen. Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, dgkjp.de, 21.05.2025
Entwicklungsverzögerungen früher erkennen
Damit würde das bestehende System der U-Untersuchungen – in Bayern ohnehin verpflichtend – durch einen zusätzlichen Baustein erweitert. Ziel ist, Entwicklungsverzögerungen, insbesondere beim Spracherwerb, noch früher und systematischer zu erkennen.
Für Kommunen in Bayern ergeben sich daraus mehrere Handlungsfelder:
- Kapazitäten sichern: Bereits heute gibt es in manchen Regionen, besonders in städtischen Ballungsräumen wie München, Engpässe bei Kinderärztinnen und -ärzten. Zusätzliche Pflichtuntersuchungen könnten den Druck auf das Versorgungssystem erhöhen.
- Bestandsaufnahme erforderlich: Kommunen sollten frühzeitig erheben, wie hoch die Teilnahmequoten an den bisherigen U-Untersuchungen sind und welche Gründe es für Nicht-Teilnahmen gibt.
- Koordination und Kommunikation: Eine enge Abstimmung mit der Ärzteschaft und ggf. mit freien Trägern ist notwendig, um Untersuchungen logistisch abzusichern. Ergänzend könnten Einladungs- und Erinnerungssysteme ausgebaut werden.
- Strukturelle Anpassungen: Neben der medizinischen Versorgung müssen auch Beratungsangebote, Personalressourcen in den Gesundheitsämtern sowie geeignete Räumlichkeiten eingeplant werden.
Beispiel München
Die CSU/FW-Fraktion im Münchner Stadtrat fordert die Verwaltung auf, „bereits jetzt in Berlin nachzuhaken, wie genau eine solche Ausweitung aussehen soll“ und parallel eine kommunale Bestandsaufnahme vorzunehmen. Ziel sei, mögliche Engpässe frühzeitig zu identifizieren und gezielt gegenzusteuern. Quelle: CSU-Stadtratsfraktion München, csu-stadtrat-muenchen.de, 06.09.2025
Herausforderung für Kommunen
Die geplante Erweiterung der U-Untersuchungen betrifft alle bayerischen Kommunen. Auch wenn Details zur konkreten Umsetzung noch ausstehen, ist klar: frühzeitige Planung ist entscheidend, um Überlastungen bei Ärztinnen und Ärzten sowie in den Gesundheitsämtern zu vermeiden. Kommunale Entscheidungsträger sollten deshalb die aktuelle Versorgungslage erfassen, Kooperationsstrukturen aufbauen und Spielräume für zusätzliche Ressourcen einplanen.
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