| (GZ-20-2025 - 23. Oktober) | ||
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Der Tag der Deutschen Einheit stand in Memmingen in diesem Jahr ganz im Zeichen von Demokratie, gesellschaftlichem Engagement und kultureller Vielfalt. Am 3. Oktober 2025 wurde der langjährige Fußballtrainer und frühere Bundesligacoach Christian Streich mit dem „Memminger Freiheitspreis 1525“ ausgezeichnet. Gleichzeitig feierte die Stadt gemeinsam mit dem Bezirk Schwaben den Schwabentag 2025 unter dem Motto „Demokratie gestalten“ – ein Fest des Miteinanders, das tausende Besucherinnen und Besucher in die Innenstadt lockte.
Der Festakt zur Verleihung des renommierten Preises fand in der Kirche St. Martin vor rund 1.000 Gästen statt. In seiner Begrüßung würdigte Oberbürgermeister Jan Rothenbacher den neuen Preisträger: „Als prägende Persönlichkeit des deutschen Fußballs zeichnet sich Christian Streich nicht nur durch sportliche Erfolge aus, sondern auch durch sein engagiertes Eintreten gegen Fremdenfeindlichkeit und jegliche Form von Diskriminierung.“ Rothenbacher betonte, dass Streich „über viele Jahre hinweg ein großes Publikum mit seiner klaren Haltung und seinem Einsatz für ein wertschätzendes, demokratisches Miteinander berührt hat“.
Freiheit und Menschenwürde müssen verteidigt werden
In ihrer Laudatio zog Claudia Roth, Staatsministerin a.D. und ehemalige Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, eine Brücke zur Geschichte: „Vor 500 Jahren haben in Memmingen einfache Frauen und Männer, Bäuerinnen und Bauern, ihre Stimme erhoben. Sie haben aufgeschrieben, was damals unerhört war: Freiheit, Gerechtigkeit, Menschenwürde.“ Ihre sogenannten Zwölf Artikel seien „wie ein Flankenlauf ins Offene, wie ein Ball, der das Spielfeld Europas veränderte“. Mit Blick auf den neuen Preisträger fügte Roth hinzu: „Heute ehren wir einen Mann, der diesen Ball aufgenommen hat – einen, der zeigt, dass Freiheit und Menschenwürde immer wieder verteidigt werden müssen.“
Auch die Sprecher des Kuratoriums „Memminger Freiheitspreis 1525“, die Dekane Claudia und Christoph Schieder, stellten die Bedeutung der Auszeichnung heraus: „Für Christian Streich ist Fußball nicht nur Sport, sondern auch ein Spielfeld der Gesellschaft, auf dem sich Integration, Vielfalt und Gleichberechtigung bewähren müssen.“ Streich selbst fand deutliche Worte zur aktuellen politischen Lage. Er sprach über Verantwortung, Haltung und die Bedeutung demokratischer Werte – Themen, die ihn weit über den Fußball hinaus prägen.
Schwabentag 2025
Parallel zur Preisverleihung fand in der Innenstadt der Schwabentag 2025 statt. Unter dem Motto „Demokratie gestalten“ präsentierten sich in der Stadthalle zahlreiche Initiativen und Organisationen, die sich für gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Teilhabe einsetzen.
„Schwaben ist ein Ort des Miteinanders – unabhängig von Herkunft, Alter oder Religion. Gleichberechtigung und Vielfalt sind feste Bestandteile unserer Identität. Und genau das tragen wir am Schwabentag nach außen“, erklärte Bezirkstagspräsident Martin Sailer bei der Eröffnung auf der Marktplatzbühne gemeinsam mit Rathauschef Rothenbacher.
Ein „Markt der Möglichkeiten“ lud in der Stadthalle zum Mitmachen und Diskutieren ein, während auf dem Marktplatz Musikgruppen und die Stadtkapelle Memmingen für Stimmung sorgten. Auf dem Platz der Deutschen Einheit gab es Familienaktionen, und am Hallhof wurde mit dem inklusiven Fußballprojekt „Team Bananenflanke“ ein weiteres Zeichen für gelebte Inklusion gesetzt. Christian Streich übernahm hier die Schirmherrschaft.
Das Landgericht Memmingen öffnete seine Türen für Besucherinnen und Besucher, die Einblicke in Gerichtsverfahren und den Arbeitsalltag der Justiz erhielten. Am Abend schloss der deutschlandweite Aktionstag „Deutschland singt und klingt“ mit einem offenen Singen auf dem Marktplatz den Tag stimmungsvoll ab – begleitet vom Ensemble Paraplui und Chören aus ganz Schwaben.
Tag für die Demokratie
OB Rothenbacher sprach von einem „besonderen Tag für die Demokratie“. „Die Verleihung des Freiheitspreises und der Schwabentag zeigen, wie sehr unsere Stadt die Werte der Freiheit, des Respekts und der Mitmenschlichkeit lebt. Es ist beeindruckend zu sehen, wie viele Menschen sich aktiv für unsere Demokratie einsetzen“, so das Stadtoberhaupt.
Begleitend zur Veranstaltung fanden mehrere Ausstellungen statt, darunter die Bayernausstellung „Projekt Freiheit – Memmingen 1525“ im Dietrich-Bonhoeffer-Haus sowie die Schau „Spuren des Bauernkriegs – was bleibt?“ im Stadtmuseum im Hermansbau. Bereits am Vorabend hatte der frühere Freiheitspreisträger Prof. Dr. Heribert Prantl in einem Vortrag unter dem Titel „Demokratie braucht Courage“ auf die Bedeutung zivilgesellschaftlichen Engagements hingewiesen.
DK
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