Aus den Kommunenzurück

 
(GZ-13-2025 - 3. Juli)
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► Landkreis Lindau geht voran:

UV-Schutz im Alltag

Die AOK Direktion Kempten-Oberallgäu-Lindau und die Gesundheitsregionplus Landkreis Lindau (Bodensee) informieren über UV-Schutz und steigende Hautkrebsgefahr. Hierfür erhalten alle Kommunen im Landkreis UV-Index-Tafeln der bundesweiten Präventionskampagne WATCH OUT.

GZ 25 2025 sichtbarer UV Schutz
V.l.: Ulrich Pfanner, Bürgermeister in Scheidegg, Ingrid Bodenmüller-Bader, AOK, Landrat Elmar Stegmann und Thomas Kaleja, Gesundheitsregionplus bei der Übergabe der UV-Tafel im Freibad in Scheidegg. Bild: Franziska Eichner

Pünktlich zum Ferienbeginn macht der Landkreis Lindau auf ein wachsendes Gesundheitsrisiko aufmerksam: die intensive UV-Strahlung und die damit verbundenen Gesundheitsrisiken – insbesondere für Kinder, ältere Menschen und alle, die ihre Freizeit gerne im Freien verbringen. Die Gesundheitsregionplus im Landkreis Lindau (Bodensee) und die AOK-Direktion Kempten-Oberallgäu-Lindau setzen deshalb gemeinsam ein sichtbares Zeichen: Alle 19 Kommunen im Landkreis erhalten UV-Index-Tafeln, die künftig direkt vor Ort über die aktuelle Strahlenbelastung informieren.

Wissen schützt

„Sonnenschutz beginnt mit Wissen. Mit den neuen UV-Tafeln geben wir Bürgerinnen und Bürgern ein ganz praktisches Instrument an die Hand: Wer weiß, wie hoch die Strahlenbelastung heute ist, schützt sich auch besser – gerade bei Freizeitaktivitäten an Badeseen, Spielplätzen oder beim Sport“, betont Landrat Elmar Stegmann.

„Der Klimawandel verändert unsere Lebensrealität – und mit ihm die Anforderungen an unsere Gesundheitsvorsorge“, teilt Direktor Thomas Michel, AOK-Direktion Kempten-Oberallgäu-Lindau mit. „Deshalb setzen wir konsequent auf Prävention und Aufklärung, um Menschen wirksam vor den gesundheitlichen Risiken extremer Hitze zu schützen.“ Ein bedeutsames Anliegen der AOK vor Ort sei es, Hitzeschutz nicht nur in medizinischen Kontexten, sondern im Alltag der Menschen zu verankern. „Wir wollen unseren Teil dazu beitragen, dass Hitzeschutz ebenso selbstverständlich wird wie Händewaschen oder das Tragen eines Fahrradhelms“, so Michel weiter.

Die wetterfesten Tafeln zeigen über eine Farb- und Zahlenskala den erwarteten Tageshöchstwert der UV-Strahlung an – ergänzt um einfache Schutzempfehlungen: von Sonnencreme, über Schatten bis zu Kleidung mit UV-Schutz. Die Tafeln sind Teil der bundesweiten Präventionskampagne WATCH OUT, initiiert von der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP).

Kinder besonders gefährdet – Eltern als Schlüsselpersonen

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Schutz von Kindern. Ihre Haut ist noch empfindlicher. UV-Schäden in jungen Jahren erhöhen das Hautkrebsrisiko im Erwachsenenalter deutlich. Daher kommt den Eltern eine zentrale Rolle zu. „Eltern übernehmen hier eine wichtige Vorbildrolle. Wenn sie gut informiert sind, geben sie das Wissen auch an ihre Kinder weiter – und genau das wollen wir mit dieser Aktion unterstützen“, betont Ulrich Pfanner, Bürgermeister in Scheidegg und Vorsitzender des Bayerischen Gemeindetags im Landkreis Lindau, der die Tafeln stellvertretend für alle Kommunen entgegennahm.

Hautkrebs: die häufigste Krebserkrankung in Deutschland

Die Zahlen sprechen für sich: Über 370.000 Menschen erkrankten 2023 neu an Hautkrebs – mehr als an jeder anderen Krebsart. Rund 48.000 Fälle davon betrafen das besonders gefährliche maligne Melanom, das schnell metastasieren kann. Die übrigen, häufigeren Formen wie Basalzell- und Plattenepithelkarzinome wachsen ebenfalls invasiv und zerstören unbehandelt das umliegende Gewebe. Das Bundesamt für Strahlenschutz und der Deutsche Wetterdienst weisen seit Jahren auf einen kontinuierlichen Anstieg der UV-Strahlenbelastung hin – auch bedingt durch die zunehmende Sonnenscheindauer im Zuge des Klimawandels.

Laut einer repräsentativen Umfrage des Bundesamts für Strahlenschutz von 2024 wissen zwar die meisten Menschen um die Gefahren von UV-Strahlung – dennoch gaben rund 50 Prozent der Befragten an, im letzten Jahr einen Sonnenbrand erlitten zu haben. Bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 34 Jahren waren es sogar 80 Prozent.

Konkret und alltagsnah: Maßnahmen vor Ort

Die UV-Index-Tafeln sollen deshalb dort zum Einsatz kommen, wo sich viele Menschen im Freien aufhalten – an Seen, in Freibädern, auf Spielplätzen und bei Sportanlagen.

Ergänzend zur Tafelausgabe sind weitere Aktionen geplant, etwa Infostände der Gesundheitsregionplus an sonnigen Tagen in Freibädern oder eine Infokampagne der AOK am Alpsee, bei denen die Bevölkerung direkt angesprochen und beraten wird. Hier engagieren sich die AOK und die Gesundheitsregionplus gemeinsam mit kommunalen Partnern für niedrigschwellige Aufklärung – vor allem für Familien.

Auch zur regelmäßigen Hautkrebsvorsorge wird ermutigt: Gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren können alle zwei Jahre ein kostenloses Hautkrebs-Screening nutzen. Doch der wichtigste Schutz beginnt im Alltag. Stegmann: „Ein Sonnenhut, Schatten und Sonnencreme kosten wenig – aber sie schützen effektiv. Jeder Sonnenbrand, den wir vermeiden, ist ein Schritt in Richtung gesündere Zukunft.“

Gemeinsam gegen UV-Risiken

„Die UV-Tafeln sind ein Anfang – aber keine Einmalaktion“, so Stegmann weiter. „Der Schutz vor UV-Strahlung muss ein selbstverständlicher Teil unserer Gesundheitsvorsorge werden. Deshalb wollen wir das Thema auch in Zukunft sichtbar halten – gemeinsam mit unseren Städten, Gemeinden und Partnern.“

Die Aktion soll in den kommenden Jahren weiter fester Bestandteil der Gesundheitsvorsorge und Prävention in der Region bleiben. „Je sichtbarer das Thema wird, desto mehr erreichen wir – das gilt für Gemeinden, Familien und alle, die im Sommer aktiv sind“, betont Ulrich Pfanner.

UV-Schutz: Kein Expertenthema

Denn UV-Schutz ist kein Thema für Expertenkreise – sondern ein ganz praktischer Beitrag zur Gesundheitsvorsorge in der Region. Bei der Übergabe der UV-Tafel im Freibad in Scheidegg waren Elmar Stegmann, Landrat Landkreis Lindau, Ulrich Pfanner, Bürgermeister in Scheidegg, Thomas Kaleja, Gesundheitsregionplus und Ingrid Bodenmüller-Bader, AOK mit dabei.

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