Aus den Kommunenzurück

 
(GZ-22-2025 - 20. November)
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► Hass und Hetze in Dingolfing:

Rücktritt von Rathauschef Grassinger

Mit großer Betroffenheit haben der Vorsitzende des Bayerischen Städtetags, Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr, und Gemeindetagspräsident Dr. Uwe Brandl auf den überraschenden Rücktritt des Dingolfinger Bürgermeisters Armin Grassinger (UWG) reagiert.

Grassinger erklärte, er ziehe sich aus dem Amt zurück, nachdem es in den vergangenen Monaten wiederholt zu Anfeindungen und Bedrohungen gegen ihn und seine Familie gekommen sei. „In unmittelbarer Nähe meines Wohnhauses wurde ein Brand gelegt, dessen Hintergründe ermittelt werden“, so Grassinger. Der Schutz seiner Familie stehe für ihn nun an erster Stelle.

Pannermayr sprach von einem „Alarmsignal“, wenn ein erfolgreicher Bürgermeister wegen persönlicher Bedrohungen zum Rückzug gezwungen werde. Grassinger habe sich eigentlich bei der Kommunalwahl 2026 erneut bewerben wollen. Der Vorfall müsse Anlass sein, „darüber nachzudenken, wie wir im Alltag miteinander umgehen“.

Der Verbandsvorsitzende mahnte, Debatten in Kommunalpolitik und Öffentlichkeit müssten sachlich bleiben: „Persönliche Angriffe und Beleidigungen dürfen keinen Platz haben.“ Die zunehmende Verrohung der Diskussionskultur beobachte man seit Jahren auch in Rathäusern. „Beleidigungen und Übergriffe dürfen nicht hingenommen, sondern müssen konsequent angezeigt werden“, so Pannermayr.

„Katastrophales Signal“

Gemeindetagspräsident Dr. Uwe Brandl stieß ins gleiche Horn und betonte: „Die Bedrohungen gegen unseren geschätzten Kollegen und seine Familie sind unsäglich und müssen mit aller Härte verfolgt werden.“ Grassinger habe sich erfolgreich für seine Stadt eingesetzt und wollte dies fortsetzen. „Es ist ein katastrophales Signal für unsere Demokratie, wenn engagierte Menschen derartigen Bedrohungen ausgesetzt sind.“

Brandl forderte eine breite gesellschaftliche Diskussion über den Umgang miteinander: „Wir müssen uns schützend vor unsere kommunalen Mandatsträger stellen, besonders mit Blick auf die Kommunalwahlen 2026.“ Menschen, die sich für das Gemeinwohl engagieren, verdienten Rückhalt statt Hass und Hetze. 

DK

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