Aus den Kommunenzurück

(GZ-3-2023)
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► Landkreis Fürstenfeldbruck:

 

„1000 Schulen für unsere Welt“

Bischof aus Kongo berichtet über Projekte der Landkreis-Initiative

Landrat Thomas Karmasin informierte über den Stand der Projekte des Landkreises Fürstenfeldbruck im Rahmen der Initiative „1000 Schulen für unsere Welt“. Der kongolesische Bischof Toussaint Iluku Bolumbu der Diözese Bokungu-Ikela berichtete dabei über eines dieser Projekte im Kongo und über die dortige Schulbildung.

Informierten über den Fortschritt bei den Hilfsprojekten für die Initiative „1000 Schulen für die Welt“ (v.l.): Gerhard Meißner (Vorsitzender des Zoe-Unterstützerkreis Türkenfeld), Abbé Stephane (Direktor Caritas in der Diözese Bokungu-Ikela, Demokratische Republik Kongo), Landrat Thomas Karmasin, Bischof Toussaint Iluku Bolumbu (Diözese Bokungu-Ikela), Margret Kopp (Vorsitzende Aktion PiT Togohilfe e.V.), Peter Kiefer und Rainer Widmann (beide Afrika-Team Kolpingsfamilie Olching e.V.). Bild: Landratsamt Fürstenfeldbruck
Informierten über den Fortschritt bei den Hilfsprojekten für die Initiative „1000 Schulen für die Welt“ (v.l.): Gerhard Meißner (Vorsitzender des Zoe-Unterstützerkreis Türkenfeld), Abbé Stephane (Direktor Caritas in der Diözese Bokungu-Ikela, Demokratische Republik Kongo), Landrat Thomas Karmasin, Bischof Toussaint Iluku Bolumbu (Diözese Bokungu-Ikela), Margret Kopp (Vorsitzende Aktion PiT Togohilfe e.V.), Peter Kiefer und Rainer Widmann (beide Afrika-Team Kolpingsfamilie Olching e.V.). Bild: Landratsamt Fürstenfeldbruck

Bei seinem Besuch in Europa wurde der Bischof der Diözese Bokungu-Ikela in der Demokratischen Republik Kongo auch von Landrat Thomas Karmasin im Landkreis Fürstenfeldbruck willkommen geheißen. Ebenfalls anwesend waren sein Assistent Priester Abbé Stephan, Peter Kiefer und Rainer Widmann aus dem Afrika-Team der Kolpingsfamilie Olching sowie Margret Kopp von der Aktion PiT - Togohilfe e.V. und Gerhard Meißner vom Zoe-Unterstützerkreis Türkenfeld.

Bestmögliche Chancen für die Zukunft

Bischof Toussaint Iluko Bolumbu berichtete von einer Herzensangelegenheit, die er als vorrangige Aufgabe in seinem Diözesangebiet, das beinahe so groß ist wie die Schweiz, verfolgt: die Verbesserung der Schulbildung von Mädchen und Jungen in den sehr abgelegenen und schwer zugänglichen Pfarreien im Regenwald, mit dem Ziel, ihnen die bestmöglichen Chancen für die Zukunft zu ermöglichen.

Zur Verbesserung der Schulbildung in abgelegenen Regionen Afrikas will auch der Landkreis Fürstenfeldbruck im Rahmen der Initiative „1000 Schulen für unsere Welt“, die von den kommunalen Spitzenverbänden initiiert wurde, beitragen. Landrat Thomas Karmasin zeigte auf, dass von den seit 2019 von ihm und dem Landkreis angestrebten zehn Schulbauprojekten bisher bereits sechs in Togo erfolgreich abgeschlossen werden konnten. Darunter ist die sogenannte „Schwalbenschule“ in Koutandiégou, die laut Margret Kopp als attraktivstes Schulgebäude der Region zählt und deswegen als Prüfungszentrum bei den jährlichen Grundschulabschlussprüfungen genutzt wird.

Bei einer weiteren Schule in Kagoma (Uganda) konnte der Schulbetrieb nach vielen Schwierigkeiten durch Corona- und Ebola-Ausbrüche nach Berichten von Gerhard Meißner vom Zoe-Unterstützerkreis Türkenfeld bereits wieder aufgenommen werden. In der Corona-Zwangspause waren bestehende Gebäude renoviert worden, jetzt soll der Schlafsaal für die Internatskinder der Zoe-Mittelschule in Angriff genommen werden. In Bomongo in Kongo, einem Stadtteil von Ikela in der Diözese Bokungu-Ikela, konnte durch die Unterstützung der Kolpingsfamilie Olching ein Gebäude für vier Klassen offiziell fertiggestellt werden, ein weiterer Bau mit Platz für die verbliebenen vier Klassen steht kurz vor der Fertigstellung.

Bischof Toussaint Iluko Bolumbu schilderte anschaubar, wie der Schulalltag in Bomongo aussieht:

In einem Klassenzimmer, das ursprünglich für 40 bis 50 Grundschulkinder gebaut wurde, sitzen bis zu 160 Jungen und Mädchen dicht an dicht und verfolgen den Unterricht einer Lehrkraft, die anstatt auf eine Tafel an die Wand schreibt. Die meisten Schulkinder sitzen dabei auf dem blanken Boden, Bücher oder Schulhefte sind eine Seltenheit und einzelne Stifte werden von Kind zu Kind weitergereicht.

Bis zu drei Stunden Schulweg

Der Bischof berichtete auch, dass der Bedarf an Schulen für die oft kinderreichen und meist armen Familien noch viel höher wäre, als die zehn vom Landkreis geplanten Schulen, da vor ein paar Jahren die Schulgebühr abgeschafft und der Zulauf an Kindern seitdem extrem gestiegen sei. Außerdem würden Schulbauten in abgelegeneren Regionen des dichten Regenwaldes im Kongo-Becken auch helfen, den Schulweg von teilweise bis zu drei Stunden zu Fuß deutlich zu verkürzen. Er bedankte sich ausdrücklich für die Unterstützung, die seine Diözese aus dem Landkreis bereits erhält.

Auch der Kolpingsfamilie Olching ist dieser Bedarf bekannt, nach Abschluss der Bauarbeiten am Schulbau in Bomongo soll eine weitere Schule in Githunguri (Kenia) errichtet werden. Margret Kopp plant ebenfalls neue Projekte, darunter einen Vorschul-Kindergarten für vier Gruppen in Illico (Togo). Auch in Uganda wiederum warteten laut Gerhard Meißner (Zoe-Unterstützerkreis) in einer weiteren Pfarrei bereits drei neue Grundschulprojekte darauf, in Angriff genommen zu werden.

Wichtig sei, so betonten alle Projektpartner, dass bei den Schulbauprojekten ausreichend Unterstützung und Motivation bei der Bevölkerung herrsche und ein zuverlässiger Partner vor Ort sei. Außerdem müsste die Finanzierung von Lehrgehälter und laufenden Kosten für den Schulbetrieb schon vorab durch die jeweilige (Provinz-)Regierung zugesagt werden.

 

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