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(GZ-5-2022)
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► VDV zum Transport von Massengütern:

 

Marktchancen wahrnehmen

Im Zentrum des 15. „Forum Schienengüterverkehr“ von VDV und BME in Berlin standen Fragestellungen zur klimagerechten Mobilität im Schienengüterverkehr, Verlagerungskonzepte für Baustoffe, Agrarprodukte, Rohstoffe etc., die Entsorgungslogistik für schwere Massengüter sowie moderne Konzepte für Technologien, Infrastruktur und Finanzierungsmodelle. An der reinen Präsenzveranstaltung nahmen 110 Vertreter aus Eisenbahnbranche, Politik, Industrie und Handel teil.

Joachim Berends, VDV-Vizepräsident. Bild: VDV
Joachim Berends, VDV-Vizepräsident. Bild: VDV

Wie VDV-Vizepräsident Joachim Berends betonte, seien die Güterbahnen vergleichsweise gut durch die Krise gekommen, „für unsere Leistungsfähigkeit ernten wir Anerkennung von unseren Partnern“. Gleichzeitig sei viel zu tun „und wir müssten mit Blick auf die Klimaschutzziele noch viel besser dastehen“. Sorge bereiteten die negativen Effekte durch das flächendeckende Baugeschehen auf den Strecken, hier müssten die Abstimmungen weitaus besser werden, sonst werden die Güterbahnen nachhaltig ausgebremst.

Massengüter auf die Schiene

Was die Massengüter anbelangt, so können diese aus Berends Sicht verhältnismäßig schnell auf die Schiene verlagert werden, was selten in Betracht gezogen wird. Massengüter hätten eine enge Verbindung zum Wagenladungsverkehr, für den ausreichend Gleisanschlüsse und multifunktionale Zugangsstellen benötigt werden. Dafür setze sich auch die Gleisanschluss-Charta ein, die mittlerweile von 44 Verbänden mitgezeichnet wurde, deren Mitglieder auch Massengüter auf die Schiene bringen möchten, erklärte der VDV- Vize.

Die Charta knüpft an den Masterplan Schienengüterverkehr an und enthält 53 konkrete Vorschläge. Sie beschränkt sich nicht nur auf den Gleisanschluss, sondern unterbreitet auch Vorschläge zur Stärkung trimodaler/multimodaler Knoten/Umschlagterminals und vorgelagerter Infrastrukturen. Denn nur dann, wenn auch leistungsfähige regionale Infrastrukturen zur Verfügung stehen, können Verkehre über Gleisanschlüsse und kundennahe Zugangsstellen attraktiv und wettbewerbsfähig gestaltet werden.

Ziel ist es, dem Markt leistungsfähige und wirtschaftlich darstellbare Transportsysteme im intermodalen Verkehr sowie im Wagenladungsverkehr anbieten zu können. Entsprechend werden folgende zentrale Forderungen formuliert: Bürokratie abbauen und Regularien vereinfachen; Gleisanschlussförderung verbessern; Kostenbelastung für den Anschluss an das öffentliche Netz senken; vorgelagerte Infrastrukturen sichern und leistungsfähiger machen; Bedienung von Gleisanschlüssen und kundennahen Zugangsstellen sicherstellen; öffentliche Ladestellen ausbauen und sichern; Gewerbeflächen an Schiene anbinden und Flächen sichern; trimodale/multimodale Knoten stärken; Multimodalität fördern; neue Transportkonzepte unter Einbindung von Gleisanschlüssen schaffen; Innovationen auf „erster/letzter Meile“ voranbringen (Digitalisierung, Automatisierung, moderne Lokomotiven) sowie Interesse am eigenen Gleisanschluss steigern.

DK

 

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